Mein liebstes Zubehör?
Artikel von Gastautor Michael Jordan, Koblenz
…was für einen Frage! Nicht leicht zu beantworten, denn es gibt soooo viele schöne und hilfreiche Kleinteile. Für jedes gibt es Argumente und Einsatzgebiete. Also nähere ich mich systematisch der Fragestellung. Kamera, Objektiv, Speicherkarte und Akku zählen nicht mit. Auch die Taschen, an denen ich großen Gefallen finde, lasse ich außen vor. Bleibt die Frage, was ist das Liebste? Das was ich am häufigsten verwende?
Das wäre eine Graukarte oder ein Expodisk-Filter. Oder das mit dem günstigsten Preis/Leistungsverhältnis? Das ist eindeutig ein Stück Lee-Filterfolie, das ich mir von der Rolle abschneide. Oder das, was mir die Arbeit erleichtert? Das sind zwei Handbelichtungs- messer. Aber sind die auch die liebsten Zubehörteile? Nein. Sind sie allesamt nicht. Praktisch sind sie, aber sie kommen nicht aufs Treppchen.
Platz 3
Auf Platz drei meiner persönlichen Rangliste ist ein Tischstativ, das mich seit über 25 Jahren immer mal wieder begleitet. Bei meinen Reportagen kann ich es in der Tasche immer mitnehmen ohne dass es stört. Ein Einbeinstativ oder gar ein Dreibeinativ ist mir zu unhandlich und vor allen Dingen zu groß um mich unauffällig zu bewegen. Es hat einen Kugelkopf und ist so stabil, daß es auch eine große DSLR mit Teleobjektiv halten kann. Dabei steht es nicht immer nur auf einem Tisch. Auch auf einer Mauer oder auf dem Boden setze ich es ein. Ein ganz großer Nutzen ist jedoch der Einsatz als zusätzliche Stütze bei Aufnahmen aus der freien Hand indem ich die drei Beine des Stativs auf meinem Oberkörper abstütze. Damit kann ich bei Reportagen bei sehr wenig Licht und mit langen Brennweiten noch Aufnahmen ohne Verwacklungsunschärfe machen.
Platz 2
Den zweiten Platz erhält noch so ein praktisches Kleinteil, das mir mit wenig Aufwand einen großen Effekt bringt. Ein Spiralkabel für den Blitz, das sämtliche belichtungsrelevanten Informationen zwischen Kamera und Blitz austauscht. So kann ich den Blitz mit der linken Hand halten während ich die Kamera mit der rechten Hand bediene. Das erfordert etwas Übung und vor allem mit einer größeren Kamera auch Kraft. Durch die Positionierung des Blitzes mit größerem Abstand zur optischen Achse, lässt sich Die Lichtleistung des Blitzes besser zur Ausleuchtung und Modulation des Motivs einsetzen. Das Licht ist nicht mehr so flach und die Schatten sorgen für mehr Plastizität. Das TTL-Kabel ist so klein, dass es bei Reportagen auch immer in die Fototasche reinpasst und die Mobilität nicht einschränkt. Wenn Blitz und Kamera mit dem Kabel verbunden sind, und ich auf Motivsuche umherstreife, stecke ich den Blitz entweder in die Fototasche oder ich lasse ihn in der Jackentasche verschwinden.
Platz 1
Unangefochten auf Platz eins ist ein Graufilter mit dem Faktor 1000, der die Belichtungszeit verlängert. Ihn nutze ich gerne für freie Arbeiten. Er entschleunigt das Fotografieren, denn mit Ihm kann ich nur vom Stativ aus fotografieren. Wer so ein Teil zum ersten Mal in die Hand nimmt, ist geschockt, wie wenig Licht da hindurch geht. Das macht sich natürlich besonders bemerkbar, wenn er vor das Objektiv geschraubt ist.
Die Vorgehensweise ist folgende:
1. Bildausschnitt bestimmen und Kamera auf dem Stativ befestigen.
2. Belichtung messen und dem Filter entsprechend verlängern und manuell einstellen.
3. Autofokus deaktivieren.
4. Filter vor dem Objektiv befestigen.
5. Mit Auslösekabel oder Selbstauslöser die Aufnahme belichten.
6. Aufnahme auf dem Display kontrollieren und gegebenenfalls die Einstellungen anpassen.
Wem die Befestigung über das Filtergewinde zu umständlich ist, das ist besonders bei großer Kälte der Fall, der kann den Filter auch mit Klebestreifen befestigen, das geht leicht, wenn der Filter einen größeren Durchmesser als das Objektiv hat.
Wir danken Michael Jordan für diesen Einblick in seine Fotografieleidenschaft. Wir werden in nächster Zeit hier weitere Artikel dieser Art veröffentlichen. Möchten Sie auch Ihr liebstes Fotografie-Zubehör wählen/vorstellen? Dann können Sie uns gerne anschreiben!
Über den Autor:
Michael Jordan, Jahrgang 1962, fotografiert seit seinem 15. Lebensjahr. Geprägt wurde er durch die Begegnung mit dem Fotografen und Benediktinermönch Oswald Kettenberger, von dem er noch während seiner Schulzeit Wesentliches über Fotografie erlernte. Nach dem Abitur entschied er sich für eine klassische Fotografenausbildung. 1997 legte er die Meisterprüfung ab.
Er ist Obermeister der Fotografeninnung Mittelrhein. Seine fotografische Leidenschaft ist die Life-Fotografie, in deren Mittelpunkt der Mensch steht.








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